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Peter Welk, Gedichte und Geschichten

Die Möwen sehen alle aus, als ob sie Emma hießen.

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Simon Dach

Simon Dach (1605-1659)

Simon Dach, 1639 von seinem Kurfürsten zum Professor für Dichtkunst an der Universität Königsberg ernannt, schrieb hunderte von Gedichten. Wenige haben die Zeiten überdauert. Der Originaltitel seines Frühlingsgedichtes lautet: „Veris tempore fervet Hymen“; zu Deutsch: Zur Frühlingszeit braust der Hochzeitsgott.

Peter Welk spricht Simon Dachs
Frühlingsgedicht   >>>

Der Himmel kömmt zur Erden

Die Sonne rennt mit Prangen
Durch ihre Frühlingsbahn
Und lacht mit ihren Wangen
Den runden Weltkreis an.

Der Himmel kömmt zur Erden,
Erwärmt und macht sie nass,
Drum muss sie schwanger werden,
Gebieret Laub und Gras.

Der Westwind lässt sich hören,
Die Flora, seine Braut,
Aus Liebe zu verehren
Mit Blumen, Gras und Kraut.

Die Vögel kommen nisten
Aus fremden Ländern her
Und hängen nach den Lüsten,
Die Schiffe gehn ins Meer.

Der Schäfer hebt zu singen
Von seiner Phillis an,
Die Welt geht wie im Springen,
Es freut sich, was nur kann.

Drum wer anitzt zum Lieben
Ein gutes Mittel hat,
Der flieh, es aufzuschieben,
Und folge gutem Rat,

Weil alles, was sich reget,
Indem es sich verliebt
Und sich zu Gleichem leget,
Hiezu uns Anlass gibt.

Simon Dach

“Der Frühling” - Giuseppe Arcimboldo (1527-1593)

“Der Frühling” - Giuseppe Arcimboldo (1527-1593)

Der Frühling ist die Jahreszeit der Dichter. „Die Bäume räkeln sich, die Fenster staunen“, verrät der Frühlingslyriker Erich Kästner. Und auch das: „Nun brauchen alle Hunde eine Braut.“ Und Ringelnatz macht einen Luftsprung: „Ich fliege, ein krächzender Rabe, über mich selber hin“. Für Tucholsky kommt der Frühling ungelegen: „Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter – so zieh ich mich zurück und träume Winter!“ Georg Kreisler besingt sein höchst persönliches Frühlingsgefühl: „Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark – beim Taubenvergiften im Park.“ Dadaist Hugo Ball wandelt sich frühlingsumgaukelt vom Wortpuzzler zum Schnörkellyriker: „In deinen Blicken wiegt sich der Frühling; Rosengeflecht und ein Apfelzweig schaukeln ihn duftend einher.“ Den Staub in der Dichterstube aufwirbelnd, jubelt der Romantiker Eichendorff: „Still kann ich hier nicht mehr bleiben, durch die Brust ein Singen irrt, doch zu licht ist's mir zum Schreiben, und ich bin so froh verwirrt.“ Und Fontane spricht sich Lebensmut zu: „Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag's auch du!“ Und er hier? Der Worteträumer aus Düsseldorf? „Der Frühling und zwei schöne Augen verlocken mein Herz in neue Betörung! Ich glaube, die Rosen und Nachtigallen sind tief verwickelt in dieser Verschwörung.“

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