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Die Deutschstunde und das Sonett – erinnern Sie sich? „Sonette find ich sowas von beschissen“, dichtete Robert Gernhardt, „so eng, rigide, irgendwie nicht gut.“ Und Gernhardt dichtete das nicht locker ins reimfreie Blaue, er bediente sich dabei der strengen Sonettenform: zwei Strophen endgereimt zu vier Zeilen, gefolgt von zwei solide endgereimten Dreizeilern. Wie es sich gehört. Das Sonett (lateinisch „sonare“ – „tönen, klingen“) wird auch „Klanggedicht“ genannt. Tausende solcher klingenden Wunder sind via Internet abrufbar. Gott im Himmel, was haben sich über die Jahrhunderte hinweg die Dichter und Dilettanten (italienisch „dilettare“ – „sich ergötzen“) nicht alles zusammensonettelt. Thema zweitrangig. Hauptsache, es kling(el)t. Wer auch immer aus lyrischem Antrieb zu reden sich anschickte, redete, wenn er nichts zu sagen hatte, bevorzugt nach Schema 44-33.
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