|
Lieber Gott, warum – ich wüsst es gern – Hast du mich in diese Welt geschickt? Jagst mich runter von dem Glitzerstern, Hast mich aus dem Hort der Seligen gekickt,
Treibst mich durch die Jahre, machst mich alt, Schweigst, wenn ich nach Hauptgewinnen frage, Lässt mich, wie ich bin, auch zugeknallt – Rotweinmäßig. Lieber Gott, ich schlage
Vor: Ich geh dir künftig aus dem Blick. Dein Gelauer oben runter stört mich sehr. Hockst mir, alles besser wissend, im Genick. Lässt mir keine Luft zur Gegenwehr.
Ja, ich werde mich von nun an wehren. Gegen dich und deine Vormundschaft. Meine Pläne reifen noch im Ungefähren, Aber bald erlebst du sie als dauerhaft.
In der Neujahrsnacht komm ich damit zu dir. Fünf vor Zwölf, da wars mir noch nicht klar. Mit dem ersten Knall wuchs der Entschluss in mir, Und nun pfeife ich auf alles, was mal war.
Lieber Gott, bald streife ich durchs Leben (insofern hat sich der Kick dann doch gelohnt), Bald benehm ich mich aus eigner Kraft daneben, Denn der Himmel ist für mich jetzt unbewohnt.
Im Vertraun: Was hältst du von der Sache? Bleibst du mir gewogen, wenn ichs mache?
(c) Peter Welk
|