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... die war rund wie ein Teller und so klein wie ein Dorf. Um die Insel schäumte das Meer, und darüber war wie ein blaues Tuch der Himmel gespannt. Auf der Insel wohnte manchmal ein Mensch. Nur einer. Huckenbeck. Und auch nur manchmal.
Wenn Huckenbeck aufs Meer hinausschaute, fragte er sich: Warum fällt da hinten der Himmel ins Wasser? Und er zeichnete mit dem Finger die Linie nach, wo Himmel und Meer sich treffen. Vielleicht sieht es aber auch nur so aus, sagte er zu sich selbst. Vielleicht sind Himmel und Meer zusammengenäht, und die Naht – er guckte sich um – ist um die ganze Welt gezogen.
Und was ist dahinter? – wollte er dann wissen. Nichts! gab er sich zur Antwort. Die Naht ist das Ende der Welt. Für Huckenbeck war seine Insel die ganze Welt. Niemals war ein Schiff bei ihm vor Anker gegangen. Niemals war ein Flugzeug über seine Insel geflogen. Das Meer hatte auch keine Kiste und auch keine Flaschenpost an das Ufer der Insel gespült, dass Huckenbeck hätte fragen können: Woher kommt die Flaschenpost? Oder: Wem gehört die Kiste? Er hatte auch niemals versucht, an das Ende der Welt zu schwimmen, um nachzugucken, ob dort wirklich die Welt zu Ende war. Und nie hatte er ein Boot gebaut oder ein Schiff. Das Meer ist für die Fische, sagte er.
Huckenbeck war aber nicht allein auf seiner Insel. Wenn er – um ein Beispiel zu geben – sich verlieben wollte, dachte er sich ein Wort aus. Das konnte er. Ausdenken konnte er sich mühelos alles Ausdenkbare. Und so dachte er sich eines Tages das Wort Traumfrau aus. Und schon war er nicht mehr allein auf seiner Insel.
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